Prozess Schreiben Blogpost
Veröffentlicht am: 18. Februar 2022Kategorien: Blogging, Google, Suchmaschinen-MarketingViews: 2014

Perfekte Blogposts schreiben Teil II: «Eine Schreib-Anleitung von A-Z“

In meinem Teil I der Serie „Perfekte Blogposts schreiben“ habe ich dir erklärt, warum sich Bloggen lohnt und wie du den Blogging-Frust „So viel Aufwand und bringt doch alles nichts!“ loswerden kannst. Im Teil II geht es nun ans Eingemachte: ans eigentliche Schreiben. Naja, auch da müssen wir erst noch etwas Vorarbeit leisten, aber wir nähern uns dem Schreiben nun in grossen Schritten.

Vorgehen beim Schreiben eines Blogposts

Schritt #1: Keyword-Recherche

Du weisst aus Teil I, wie wichtig es ist, mit Konzept zu schreiben. Das bedeutet, Thema und Art deines Artikels ganz bewusst so zu wählen, dass du damit dein Ziel erreichen kannst. (Wann es auch sinnvoll sein kann, einfach mal «drauf los» zu schreiben, dazu kommen wir noch. Für den Moment müssen wir unsere übersprudelnde Kreativität aber noch im Zaum halten.)

Damit dein Blogpost möglichst GENAU davon handelt, wonach die Leute googeln, musst du erst einmal etwas gute alte Recherche betreiben. Tatsächlich willst du den exakten Wortlaut wissen, den die Leute beim Googeln eingeben. Du suchst dabei nach Keywords mit möglichst hohem Suchvolumen (= Begriffe, die beim Googeln häufig eingegeben werden). Je mehr Leute nach demselben Begriff googeln, desto interessanter ist es für dich, deinen Artikel genau auf diesen Begriff auszurichten.

Diese Recherche kannst du zum Beispiel mit den folgenden zwei kostenlosen Online-Tools machen:

Mit dem Google Keyword Planner kannst du einerseits nach relevanten Suchbegriffen suchen, aber auch deine eigene Website als Ausgangspunkt für deine Keyword-Recherche nutzen.

Eine weitere Möglichkeit, nach häufig gegoogelten Begriffen zu suchen, sind die automatischen Vorschläge von Google selber. Einfach einzelne Keywords in Google eintippen und schauen, was dir vorgeschlagen wird:

Auf marketing.ch gibt es einen ausführlichen Blogpost zum Thema kostenlose Keyword-Recherche-Tools mit weiteren Tipps und Erklärungen für diejenigen, die sich genauer damit beschäftigen wollen (v. a. für SEO relevant).

Ich selber nutze vorwiegend das kostenpflichtige Tool Semrush, das mir nebst ausführlichen Keyword-Recherchen auch Online-Ranking-Daten von spezifischen Domains einschließlich Metriken wie Suchvolumen und Kosten pro Klick liefert. Ein ähnliches Tool ist z. B. auch Sistrix. Die Gebühren für solche Tools liegen jedoch bei über CHF 100/Monat.

Schritt #2: Spezifische Aussage festlegen

Anhand der gefundenen Keywords kannst du jetzt die konkrete Aussage deines Blogposts formulieren. Was willst du mit deinem Artikel sagen? Ist es eine Meinung? Eine Erklärung, eine Anleitung oder ein Erfahrungsbericht? Lass dich von den gefundenen Keywords leiten, sei aber auch mutig, eine Meinung zu äussern oder dein Produkt stolz zu präsentieren.

Schritt #3: Setze ersten Arbeitstitel

Wenn du deine Hauptaussage hast, setze unbedingt einen ersten Arbeitstitel. Dieser muss überhaupt nicht final sein, aber er hilft dir beim Schreiben dabei zu kontrollieren, ob du abschweifst oder nicht. Schiele immer wieder hoch und frage dich: Passt das, was ich da schreibe zu meinem Titel und zu meiner Message, die ich rüberbringen will?

Folgende Tipps helfen dir beim Setzen deines Titels:

  • Dein Titel muss deine Keywords beinhalten. Deine recherchierten Keywords müssen im Titel vorhanden sein.

  • Wecke eine Erwartung. Kläre bereits mit deinem Titel, was der Leser erwarten kann. Ist es eine Auflistung von Tipps, ist es ein Erfahrungsbericht oder ist es eine Anleitung? Google bemerkt es, wenn Leser nach 10 Sekunden Lesezeit bereits wieder verschwinden, nutze also keine «Clickbait»-Titel (= Titel, die nicht halten, was der Inhalt später liefert).

  • Verabschiede dich von «hübschen» Titeln. Dein Titel soll nicht möglichst kreativ sein, sondern deinen Artikel ganz konkret anteasern und den Leser „gluschtig“ machen, den ganzen Artikel zu lesen. Stelle sicher, dass dein Titel immer zum Inhalt des Artikels passt, das heisst, benenne dein Thema/deine Aussage bereits im Titel möglichst konkret.

  • Mach deinen Titel sexy. Keywords sind oft nicht sehr sexy. Ein cooler Titel, der gern angeklickt werden soll, sollte jedoch nicht staubtrocken in der Kehle hängen bleiben. Spiele also mit verschiedenen Wortkombinationen rum, bis du einen sexy Titel hast, der trotzdem deine Keywords beinhaltet.

  • «Neue Bildrechte für Hochzeitsfotos seit April 2020: Was gilt eigentlich?»
  • «Der Hochzeitsanzug für Männer: Ein Leitfaden.»
  • «Hochzeits-Festessen: Menu oder Buffet? Die Vor- und Nachteile.»
  • «Dos und Don’ts: Ein kurzer Leitfaden für Tätschmeister.»

  • «Es war einmal…»
  • «Die Zeichen stehen gut»
  • «Bequem ist so viel besser»

Bei solchen Titeln hat dein Leser keine Ahnung, wovon ein Text handeln wird. Es kommt aber nicht von ungefähr, dass gerade die Generation 50+ solche Titel gerne verwendet. Denn im Print-Bereich waren sie lange die Norm. So kann der Titel «Bequem ist so viel besser» in einem ausschliesslich Print-Magazin, das von einem besonders bequemen Schuh eines Startups erzählt, auch heute noch Sinn machen. Sobald du aber willst, dass Google, also das Internet, deinen Artikel findet, solltest du solche «hübschen» Titel vermeiden.

Schritt #4: Recherchiere und sammle Argumente für deinen Text

Nun weisst du, worüber du schreiben willst, du hast deine Hauptaussage und einen ersten Titel. Nun brauchst du den Inhalt deines Textes. Google also nach Texten zu deiner Hauptaussage/deinem Thema, sprich mit Experten oder lies Fachliteratur. Suche nach Quellen, die deine Meinung/Aussage bekräftigen, suche aber auch ganz bewusst nach anderen Meinungen und sammle möglichst viele relevante Informationen und Argumente. Aber denk dran: Abschreiben gilt nicht und ehrlich sein ist Pflicht. Forme dir immer deine eigene Meinung und formuliere deinen eigenen Text. Ein gut recherchierter und einzigartiger Text mit echtem Mehrwert für den Leser wird von Google belohnt. Mehrwert lieferst du dann, wenn du deinem Leser etwas abnimmst, erklärst oder einordnest.

Speichere dir die drei wichtigsten Informationsquellen (Links) und teile sie in deinem Blogpost als Quellenangaben. Gib nie Text und Ideen als deine aus, wenn sie es nicht sind. Sei nie abschätzig (zumindest ist das meine Strategie) und stell sicher, dass deine Meinung nicht als Fakt missverstanden werden kann.

Schritt 5: Strukturiere deinen Text (Was kommt wohin?)

Wenn du all deine Argumente für deine Hauptaussage beisammen hast, erstellst du die Struktur deines Textes. Dies kannst du auf einem Notizblock machen, in einer Notiz-App oder auch direkt in deinem Blog-Tool. Dieser Schritt dient dazu, deine Argumente mit deinem Konzept zu vereinen. Stell dir folgende Frage: Wie muss ich den Leser durch meine Argumentation führen, damit dieser meinem Gedankengang folgen kann? Und: Unterstützt jeder Teilabschnitt meines Textes meine Hauptaussage?

Und so strukturierst du deinen Blogpost:

A – Titel

Verfeinere mehrfach deinen Arbeitstitel. Ich persönlich verfeinere meinen Titel 2-3 Mal. In der Regel ist der Titel das allererste, das ich zu Papier bringe und das Allerletzte, was ich nochmals bearbeite.

B – Einleitung

Finde etwas, das dein Leser im Zusammenhang mit deiner Blog-Aussage kennt, um damit Nähe zum Leser zu schaffen. Erkläre dem Leser anschliessend genau, was du ihm im Verlauf des Blogposts erzählen wirst. Die Einleitung kannst du auch als erweiterten Titel anschauen: Es bleibt ein Teaser, aber du gibts dein eigentliches Fazit bereits bekannt, welches du in der Folge begründen und ausführen wirst.

C – Hauptteil (Body)

Liste deine Argumente als einzelne Abschnitte und gib (fast) jedem Abschnitt einen Untertitel. Stelle dabei sicher, dass jedes deiner Argumente deine Hauptaussage unterstützt und begründe deine Aussagen.

Die Untertitel sind besonders wichtig. Wenn möglich, beinhalten sie weitere relevante Keywords des kommenden Abschnittes oder erklären in wenigen Worten, worum es im Abschnitt geht.

Tipp: Wähle deine Untertitel so, dass es möglich ist, den Inhalt eines Blogposts zu erfassen, ohne die Lauftexte zu lesen, also nur mit den Titeln. Personen, die grad nicht viel Zeit haben, können so in Kürze erkennen, ob es sich für sie lohnt, deinen Blogpost vorzumerken.

Rate mal, wer deinen Text übrigens auch so lesen wird… Google. Mehr dazu werde ich dir im Teil III dieser Reihe erklären. Denn dann geht es um die technischen Einstellungen, die jeder erfolgreiche Blogpost braucht (SEO).

D – Fazit des Blogpost (Abschluss)

Fasse deine Hauptaussage nochmals zusammen und finde ein Ende, das auf deine Einleitung Bezug nimmt. So schliesst sich dein Text zu einer «runden Sache».

Versuche, deine Texte und Abschnitte luftig und abwechslungsreich zu gestalten. Hier eine Liste von gestalterischen Elementen, um einen Text sowohl auf Desktops wie auch auf Smartphones für das Auge angenehm zu gestalten:

  • Zeilenabstand circa 1.5
  • Passende Schriftgrösse (mind. 16px)
  • Viele Absätze einsetzen
  • Wichtige Keywords und Sätze für mehr Übersicht fett markieren
  • Toggles / Accordeons einsetzen: Zusatzinformationen in aufklappbare Elemente setzen.
  • Bilder nutzen
  • Bullet Points einsetzen
  • u. v. m.

Schritt 5: Vielfach lesen und korrigieren

Texte Schreiben folgt meistens keiner geraden Linie. Manchmal flutscht es regelrecht, manchmal tust du dich schwer, die richtigen Worte zu finden. Das ist völlig normal. Versuche deshalb immer wieder einen Schritt zurückzugehen und deinen bisherigen Text erneut zu lesen. Meist hilft das, um deine Gedanken wieder in die nötige Richtung zu lenken.

Wenn ich alle Inhalte eines Blogposts mal erstellt habe, dann ist das meine sogenannte Rohfassung. Ich schreibe also mal den ganzen Text, ohne auf jedes Detail zu achten. Am Anfang ist es wichtiger, dass das Konzept des ganzen Artikels aufgeht, als dass jedes Komma stimmt. Erst danach folgt der Feinschliff. Das bedeutet dafür zu sorgen, dass sich der Text angenehm lesen lässt, grammatikalisch (möglichst) korrekt ist und vor allem in der Argumentation in sich stimmig ist.

Hierfür lese ich meine Texte laut in meinem Kopf vor. Ich lese sie also, als ob ich sie laut lesen würde. Stolpere ich über Sätze, müssen sie runder werden. Um Texte vielfältiger zu gestalten, nutze ich das Synonym-Woxikon, denn wer hat schon immer alle Wörter und deren Synonyme griffbereit. Auf diese Weise lese ich meine Texte mindestens zwei Mal, manchmal auch 10 Mal, je nachdem wie komplex ein Thema ist. In der Regel lasse ich den Text anschliessend über Nacht ruhen und veröffentliche ihn erst am Folgetag nach erneuter Prüfung. Dies hilft, den Text mit frischen Augen zu sehen.

Das mit der Grammatik und Interpunktion ist natürlich so eine Sache. Auch ich schreibe nicht fehlerfrei. Ich rühme mich zwar mit einem Linguistik-Uniabschluss, aber dieser war in Englischer Sprach- und Literaturwissenschaften. And guess what.. Englisch hat zum Beispiel ganz andere Kommaregeln. Saumässig gäbig. Ausserdem gehöre ich zur Generation, die in der Schule erst die alte und später die neue Rechtschreibung lernen musste, sorry, durfte (inklusive Kommaregeln) und seither vollends verwirrt ist. Ich checke meine Texte deshalb immer mit dem Online-Tool Duden-Mentor von Duden.

Ich bin aber auch der Meinung, dass ein Blogpost keine Master-Thesis ist. Wenn mal eine Buchstae feht, ist ds kein weltuntergang. Aber natürlich will ich immer möglichst korrekte Texte abliefern. Solltest du auch.

Fazit & Aussicht auf die technischen Aspekte des Bloggens

So, nun kennst du meine Herangehensweise beim Schreiben von Blogposts. Ziemlich viel, was da beachtet werden muss, gell?! Mein Ansatz ist sicherlich sehr strukturiert, aber er zahlt sich für mich aus. Lieferst du Mehrwert, wird sich das Bloggen bei guter Regelmässigkeit für dich lohnen. Sei es, weil du dich als Expert*in positionieren kannst oder deine Leser vom Kauf deiner Produkte oder Dienstleistungen überzeugen kannst.

Was nun aber noch fehlt, sind die technischen Aspekte des Bloggens. Da geht es um Dinge wie Title Tags H1 – H6, Alt Tags, Descriptions u. v. m. Diese Dinge sind wichtig, damit Google deinen Artikel optimal erfassen kann. Hierzu folgt dann mehr im Teil III dieser Reihe «Perfekte Blogposts schreiben“. Stay tuned!

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